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/// Bund und Länder planen Rechtsanspruch auf Ganztag bis 2025



Bis zum Jahr 2025 soll nach dem Willen der Bundesregierung Eltern ein ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot für ihre Kinder im Grundschulalter durch einen Rechtsanspruch garantiert werden. Für Investitionen in den Ganztagsausbau stellt der Bund in dieser Legislaturperiode zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

Um die notwendigen rechtlichen, finanziellen und zeitlichen Umsetzungsschritte für dieses Vorhaben zu definieren und sich über das weitere Vorgehen zu verständigen, haben sich das Bundesfamilienministerium und das Bundesbildungsministerium Ende September 2018 mit Vertreter*innen der Länder und Kommunen in Berlin getroffen.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey erklärte nach dem Gespräch:

„Wenn aus dem Kita-Kind ein Erstklässler wird, dann bekommen viele Eltern ein Betreuungsproblem: Dann nämlich, wenn das Kind schon mittags vor der Tür steht, weil die Grundschule nach dem Unterricht keine Nachmittagsbetreuung anbietet. Nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts müssen rund 330.000 Plätze in Horten und Ganztagsschulen neu geschaffen werden. Die fehlenden Plätze erschweren vielen Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb muss der Rechtsanspruch für die Ganztagsbetreuung der nächste Schritt sein, um eine gute Betreuung von Kindern sicherzustellen. Das hilft den Eltern, verbessert aber zugleich auch die Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder.“

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ergänzte:

„Im Ganztagsausbau in der Grundschule und im Hort wollen wir Schülerinnen und Schüler besser fördern und ihnen mehr Chancen eröffnen. Wichtig dabei ist, das zeigt auch unsere Forschung, dass gute Ganztagsangebote einen Bildungs- und Qualitätsanspruch erfüllen müssen.“

Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren von Schleswig-Holstein und amtierender Vorsitzender der Jugend- und Familienministerkonferenz erklärte:

„Ich begrüße es sehr, dass die Bundesregierung die Bildung und Betreuung von Kindern im Grundschulalter in schulischen und außerschulischen Angeboten ausbauen und unterstützen will. Wichtig ist allerdings, dass bei der Umsetzung des Rechtsanspruches die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die bereits bestehenden Angebote von Jugendhilfe und Schule und die vorhandenen Qualitätsstandards in den Ländern berücksichtigt werden.“

Helmut Holter, Präsident der Kultusministerkonferenz und Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport fügte hinzu:

„Die heute angestoßene Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Ausgestaltung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ist ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines verlässlichen Betreuungssystems. Ganztagsschulen bieten das Potential, Schülerinnen und Schüler über die reguläre Unterrichtszeit hinaus individualisiert zu fördern. Allerdings muss aus Ländersicht auch die Beteiligung des Bundes an den laufenden Kosten eines solchen Vorhabens geklärt werden.“

Angesichts des gesamtgesellschaftlich bedeutsamen Vorhabens sind sich alle Beteiligten darin einig, gemeinsam an einer guten Lösung zu arbeiten. Aus diesem Grund werden sowohl die Kultus- als auch die Jugendressorts, ebenso wie die kommunalen Spitzenverbände von Anfang an eng eingebunden.

BKJ: Außerschulische Einrichtungen als selbstbestimmte Bildungsorte einbeziehen

Die BKJ wird die Umsetzung des – im Grundsatz begrüßenswerten – Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung und den Ausbau der Ganztagsschule kritisch begleiten. Dazu müssen nach Ansicht des Dachverbands für Kulturelle Bildung Kooperationen zwischen schulischer und außerschulischer Bildung und Bildungslandschaften auf der Basis des weiten Bildungsbegriffs der Jugendarbeit weiterentwickelt werden. Denn Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit sind selbstbestimmte Bildungsorte für die Entwicklung und Entfaltung von Kindern und Jugendlichen, und nicht in erster Linie Betreuungseinrichtungen. Ziel sollte daher unbedingt eine bessere und gerechtere Ganztagsbildung sein, die den Interessen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen entspricht.

Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ, sagte:

„Die Träger der Kulturellen Bildung beteiligen sich aktiv an der Erweiterung und Verbesserung der Angebote im Ganztag. Die Kinder- und Jugendhilfe und die freien Träger dürfen allerdings nicht zum Ausfallbürgen werden, sondern benötigen gleichberechtigte Partnerschaften und eigenständige Fördermodelle!“

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